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Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Joh 20,21 — Monatsspruch April 2018

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Freunde unserer Kirchengemeinden,
„Shalom Gottes" bezeichnet nach biblischem Verständnis mehr als unser schlichtes deutsches Wort „Frieden" im Sinne des Zustandes, den wir landläufig mit der Abwesenheit von Krieg und Gewalt verbinden. Schon gar nicht meint es ein exotisches „Happy-Wellness-Feeling" oder die Erfahrung irgendeiner „Spiritual Sunday Group"** im Internet, die ich mir einfach kaufen kann, wie die Banane im Supermarkt.
Es ist kein „Sein", sondern es ist ein „Werden". Und es ist überaus komplex. „Shalom" meint das „Werden" von wahrer, ehrlicher Befriedung und das „Werden" von Ganzheit, Heilsein und Wohlergehen. „Shalom" ist zumal ein Beziehungsbegriff und steht so — notwendiger Weise — immer in Verbindung: zu meinem Innersten, zum nahen und fernen Mitmenschen und Mitgeschöpf, zur umgebenden Natur — zum großen und allumfassenden Ganzen, zu Gott.
So gesehen ist das „Shalom", das „Friede sei mit euch!" mit dem Jesus nachösterlich auf seine Jüngerinnen zutritt, ein schöpferisches Signalwort! Hier beginnt etwas Neues. Etwas gänzlich Neues! Bezogen auf diesen Jesus von Nazareth, den verhöhnten „König der Juden", den missverstandenen Rabbi, den Freund, den Gemarterten und Geschundenen, den jämmerlich zu Grunde Gegangenen, den Gescheiterten... Die Erlebnisse und Lähmungen des Karfreitages stehen dunkel mit im Raum. Einem abgeschlossen Raum, wohlgemerkt. Die Jünger haben sich in dieser Enge eingeigelt. Enge und Angst haben in der deutschen Sprache nicht nur den selben Wortstamm, sie sind auch als Gefühle sehr nah miteinander verwandt.
Genau da hinein bricht nun dieses eine Wort: „Shalom" — „Friede sei mit Euch!" Maria Magdalena reicht beim morgendlichen Grabbesuch ein anderes Wort, um diesen „Shalom" zu finden — „Maria" so schlicht spricht der Auferstandene sie an und sie spürt darin genau dieses: „Friede sei mit Dir."
Die Auferstehung bindet Ängste und Zweifel. In diesem „Shalom" des ehedem Gekreuzigten finden alle Bruchstücke zusammen. Eine neue Schöpfung hat begonnen. Der Tod — so wir ihn noch heute kennen und auch fürchten — hat doch seine Bedeutung als das Letze verloren. Der Tod ist nur noch das Vorletzte, nicht das Ende. Denn hinter dem irdischen Ende scheint das nichtirdische Neue auf.
„Kann man das verstehen?" - die ganz ehrliche und persönliche Antwort: Nein, verstehen kann ich es nicht. Aber ich kann es hoffen oder zumindest meiner, als Erkenntnis getarnten, eigenen Blindheit misstrauen. Ganz so wie es der Monatsspruch für den Mai 2018 besagt: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (Hebr 11,1)
Bleiben Sie / bleibt Ihr österlich behütet

Ihr/ Euer Ulf Haberkorn

* zu deutsch soviel wie: „Ich-fühl-Mich-gut-Gefühl"
** zu deutsch: „spirituelle Sonntagsgruppe"

 

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