Willkommen in der Evangelischen Kirchengemeinde Finowfurt

AN(GE)DACHT...
Hereinspaziert

 

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen.
Psalm 38, 10

 

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Freunde unserer Kirchengemeinden,

„Ach, das liegt mir nicht so“ – zum Beispiel offen die Verletzbarkeit, Bedürftigkeit und die eigene Unsicherheit zu benennen. Ehrlich: kennst Du oder kennen Sie das? Oder auch anders herum: „So etwas verdränge ich lieber, das geht mir zu nahe.“ „So dicht dran, damit kann ich nicht umgehen.“ So geht es Vielen, oft. Dir und mir. Ein wenig ist es wohl auch Feigheit oder aber spontanes Unwohlsein… „Ich bin aber doch – trotz all meiner Einschränkungen und existentiellen Fragen noch da!“ - entgegnet die oder der Betroffene… Erwischt. Und nun dies: „Ich liege vor dir mit meinem Gebet und vertraue nicht auf meine Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit“ (Daniel 9,18). Dann, wenn es dicke kommt, sind wir Menschen in diesem Modus. Wenn nichts mehr hilft, hilft vielleicht noch das. Gott als der berühmte „letzte Strohhalm“. So oder so sind wir: Angewiesene, Hilfsbedürftige, Suchende. Auch unser Monatsspruch für den Oktober – einem Psalm Davids entnommen – führt uns in diese Richtung. Der Psalmbeter/ die Psalmbeterin ist angeschlagen, sehr sogar. Erlebt schmerzhaft die eigene Begrenztheit und ebenso schmerzhaft die Ablehnung der scheinbar nahen und augenscheinlich doch fernen Menschen. In diesem ganzen Jammertal aber kommt eine Zuversicht zum Ausdruck. Und zwar nur in diesem einen Vers des 38sten Psalms. An dieser kleinen Stelle wird Großes sichtbar. Ein Kraftschluss zwischen Himmel und Erde. Es ist die Offenheit des Gebeugten und dazu die Sicherheit, dass alles Seufzen nicht verborgen geblieben ist. So soll es sein – und: so ist es! Diese Zuversicht trägt, auch und gerade in besagten schweren Stunden. Gott sieht uns, Gott sieht mich! Es liegt offen vor IHM, wie es mir gerade geht; mein Seufzen ist IHR nicht verborgen. Die Wahrheit dieses Verses ist nur einer oder einem Glaubenden zugänglich: sei es als Seufzen am Beginn einer Bewährungszeit, mittendrin oder als Dank am Ende einer langen und dann doch segensreichen Geschichte. Gott sieht Dich! Das ist – nebenbei – auch eine Botschaft von Erntedank und vom Ewigkeitssonntag.

In diesem Sinne bliebt Ihr und bleiben Sie behütet                          Euer/ Ihr Ulf Haberkorn 

 

 

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