Willkommen in der Evangelischen Kirchengemeinde Finowfurt

AN(GE)DACHT...
Hereinspaziert

„Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.”
1. Joh 4,16 —
Monatsspruch August

 

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Freunde unserer Kirchengemeinden,
im Moment ist in vielen Debatten, die geführt werden — egal ob auf der großen Bühne oder über den sprichwörtlichen Gartenzaun — viel Hässliches und Erschreckendes zu hören. Wut und Eigensinn gehen eine unheimliche Allianz ein. Im politischen Raum sind es die „rechten Gesinnungs-genossen", die ungezügelt ihren Wesenskern zur Schau stellen. Und wenn es wieder mal über das Ziel hinaus ging, wird am nächsten Tag zurück gerudert und man hat „alles ja gar nicht so gemeint".
Aber auch im Kleinen und Privaten finden sich Meinungen und Urteile, die man seinem Gegenüber so gar nicht zugetraut hätte. Wenn es wirklich stimmt, dass aus Worten irgendwann Taten werden — dann Gnade uns Gott.
In der Anonymität des Internets aber wird alles noch schlimmer. Hier wird —wohlgemerkt ohne wirklich sein Ross und sich selbst als dessen Reiter zu benennen — aufs Übelste und weit unter jeder denkbaren Gürtellinie zugeschlagen. Hemm ungs-, besinnungs- und erbarmungslos. Emotionen kochen. Fakten? Egal. Wirklichkeit und Ansätze von Wahrheit haben kaum eine Chance gegen gefühlte oder schlicht erlogene Behauptungen. Jede und jeder kann alles Mögliche erzählen und verbreiten — was der Demokratie eigentlich dienlich sein könnte, führt an den Abgrund der Menschlichkeit. Segen und Fluch liegen hier wirklich dicht beieinander.
Ich glaube ein Hauptproblem dabei ist die Anonymität. Das Gegenteil davon wäre Offenheit und Transparenz. Und schon würde sich der Diskurs wandeln. Denn wenn bekannt wäre, was ich — also ich in meiner wahren Existenz — hier und da verlauten lasse, dann überlege ich vielleicht vorher nochmal, was ich da von mir zu geben gedenke. Das ist in persönlichen Beziehungen generell eine gute Idee. Das gilt aber umgekehrt auch für die scheinbar grenzenlose „neue Welt" des Internets.
Was das mit dem Monatsspruch zu tun hat? Ganz einfach: Christen glauben an einen offenbaren, einen öffentlich erkennbaren Gott. Unser Gott ist nicht anonym. Er will es nicht sein. Er zeigt sich, wird Mensch und er nennt Wege zueinander —in Liebe! Ein Hinweis darauf ist der Monatsspruch. Wer in der Liebe bleibt, macht alles richtig, denn dann bleibt Gott dabei. Das Christentum ist eine Liebesreligion. Gerade in unseren Zeiten nicht ganz einfach, aber unbedingt und so was von nötig!
Menschen im Mittelmeer verrecken zu lassen — in der Liebe: keine Option! Menschen wegen ihres Äußeren, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Sexualität zu be- und verurteilen — in der Liebe: keine Option! Mein eigenes Leben über anderes Leben zu stellen — in der Liebe: keine Option! ...
Ich glaube, wir haben alle noch viel zu lernen. Und wir müssen den Mund aufmachen! Geschwiegen haben wir schon einmal. Danach war es für Millionen von Menschen zu spät...
Bleiben Sie, bleibt Ihr sommerlich behütet      Ihr /Euer Ulf Haberkorn

 

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