Willkommen in der Evangelischen Kirchengemeinde Finowfurt

Ein kleiner geschichtlicher Abriss

Im Jahre 1878 wurde die neue Kirche in Steinfurt fertig gestellt. Die alte Kirche war baufällig, 1867 musste bereits der Turm abgerissen werden. Zwei Jahre vor der Fertigstellung der neuen Kirche wurde auch der Westgiebel abgetragen. Der Standort des Altars wurde mit dem Kirchenneubau jedoch nicht verändert. Die Einweihung fand am 3. Osterfeiertag 1880 durch den Generalsuperintendenten Herrn Dr. Braun aus Potsdam statt.
Die Steinfurter Kirche gehörte zum Kurmärkischen Ämterkirchenverband. Das Geld für den Neubau stammte zu einem großen Teil aus den Kirchenüberschüssen, welche jährlich in die von der königlichen Regierung in Potsdam verwalteten Fonds eingezahlt wurden.
Lediglich das Geld für den Rundholzbau erstattete die damalige königliche Regierung als Patron. Den Entwurf zur neuen Kirche hatte auch die königliche Regierung erarbeitet. Die Oberaufsicht beim Kirchenneubau oblag dem königlichen Bauinspektor Herrn Düsterhof aus Freienwalde. Der Bauleiter Herr Lange hatte die spezielle Kontrolle vor Ort. Die Bauausführung erfolgte durch den Biesenthaler Maurermeister Prenzel. Er war für sämtliche Maurer,- Zimmerer- und Tischlerarbeiten verantwortlich. Diese Ausführungen zum Kirchenneubau stammen vom damaligen Pfarrer der Steinfurter Kirche Joachim-Heinrich-Christian Ebeling. Diese wurden am 12. August 1878 mit der Anbringung des Kreuzes auf die Turmspitze in die Kugel gelegt. Die Gemeinde Steinfurt hatte damals 850 Einwohner. Die gesamten Kosten des Kirchenneubaues betrugen 45.000 Mark. Aus den Unterlagen geht hervor - und soll deshalb auch erwähnt werden - dass sich der obere Kontrollbeamte Bauinspektor Düsterhof nicht ein einziges Mal auf der Baustelle sehen ließ. Die Bauern und viele Einwohner des Ortes Steinfurt mussten teilweise durch Straf- und Zwangsmaßnahmen zu so genannten Haus- und Spanndienstleistugen für den Kirchenneubau verpflichtet werden. Leider sind zum Kriegsende 1945 auch Plünderungen im Pfarrhaus vorgekommen, so dass eine Vielzahl von Unterlagen zur Kirchengeschichte nicht mehr vorhanden sind. Aus den noch verbliebenen Unterlagen zur Geschichte der Steinfurter Kirche kann weiter berichtet werden: am 28.01./ 18.02.1910 werden durch eine so genannte "Parochialregulierungsurkunde", welche durch das königliche Konsistorium der Provinz Brandenburg und der königlichen Regierung Potsdam, Abt. Kirche und Schulwesen besiegelt wurde, die Kirchgemeinden Steinfurt und Schöpfurt zusammengeführt und eine gemeinsame Pfarrstelle mit dem Amtssitz in Steinfurt eingerichtet. Aus einem Brief vom damaligen Pfarrer Heinze aus dem Jahre 1932 an die Superintendentur Eberswalde wird auf die sehr schlechte Finanzlage der Kirchengemeinde hingewiesen. Es wird Bezug auf die schwierige wirtschaftliche Lage in der Region genommen. Speziell wird die Hubertusmühle angesprochen, wo die Arbeit ruht. Auch im Messingwerk wird ständig Personal abgebaut, so dass immer weniger Leute in der Region beschäftigt werden. Aus der weiteren Kirchengeschichte geht hervor, dass die vakant gewordene Pfarrstelle in Finowfurt nach dem Ausscheiden von Pfarrer Krogoll 1937 durch Herrn Wilhelm Reiniger 1938 wieder besetzt wird. Herr Reiniger führt die Kirchengeschäfte als so genannter Prädikant aus.
In den Jahren von 1939 - 1945 war in der Finowfurter Kirche der Pfarrer Johannis Hoppe tätig. Herr Hoppe war Mitglied der NSDAP und musste nach der Beendigung des Krieges die Pfarrstelle in Finowfurt verlassen. Sein Nachfolger wurde Pfarrer Wiethüchter, der sein Amt am 07.07.1945 in Finowfurt antrat. Es wurde berichtet, dass sich die Unterbringung im Pfarrhaus sehr schwierig gestaltete, da Möbel und weitere Einrichtungen durch die einquartierten russischen Fliegersoldaten entwendet wurden. Verpflegt wurde der neue Pfarrer vorübergehend durch sieben verschiedene Familien, bei denen er abwechselnd je einen Tag in der Woche zum Mittagessen eingeladen wurde. In einer Niederschrift von Pfarrer Wiethüchter vom 18.09.1945 wird auf die politische Führung in Finowfurt hingewiesen, welche zu einem großen Teil aus Mitgliedern der KPD besteht und gegenüber der kirchlichen Arbeit feindlich eingestellt ist. Jedoch kommt es zu keinen Einschränkungen weil die russischen Behörden für die kirchliche Arbeit eintreten. Es wird ab der zweiten Klasse in der Schule auch wieder Religionsunterricht erteilt.Von kirchenfeindlicher Seite wurde versucht Schwester Doris, die seit 1935 aktiv im kirchlichen Dienst tätig war, aus Finowfurt zu verdrängen. Der Finowfurter Kirche gelang es aber, Schwester Doris in Finowfurt zu halten, was von einem sehr großen Teil der Gemeinde begrüßt wurde. Abschließend wird durch Herrn Pfarrer Wiethüchter eingeschätzt, dass die Kirchengemeinde fest zusammen steht und der unverhüllten Kirchenfeindschaft einiger Kreise trotzt. Pfarrer Kullack (1947-1955) berichtete, dass an gewöhnlichen Gottesdiensten ca. 125 Gemeindemitglieder und an Festtagen sogar 250-600 Christen die Gottesdienste besuchen. 1950 wurden durch nicht genannte Mitglieder der Kirchengemeinde Finowfurt Plakate an der Steinfurter und Schöpfurter Kirche mit der Aufschrift "Wir Christen wählen am 15. Oktober die Kandidaten der Nationalen Front" befestigt. Pfarrer Kullack und der Superintendent Bochow aus Eberswalde waren strikt dagegen, dass diese Plakate an den Kirchen angebracht wurden. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es hierbei nicht um den Inhalt geht. Die Plakate wurden kurzerhand wieder abgenommen, worüber sich der Landrat Dr. Eisenführ aus Eberswalde bei der Lokalredaktion der Märkischen Volksstimme öffentlich beschwerte und die Versetzung des Pfarrers Kullack und des Superintendenten Bochow verlangte. Von 1955 bis 1977 wirkte in der Finowfurter Kirche Pfarrer Kliem, der eigentlich noch sehr vielen Finowfurtern bekannt sein dürfte. Seine Frau engagierte sich ebenfalls sehr in der Kirchengemeinde. Genannt werden müssen ebenfalls die zur Finowfurter Kirche gehörende Gemeindekatechetin Schwester Helma und die ständig mit dem Fahrrad unterwegs gewesene Gemeindeschwester Gerda.

In der Amtszeit von Pfarrer Baaske wurde die baupolizeiliche Sperrung der Steinfurter Kirche nach Beseitigung der Wasserschäden, Reparatur des Dachstuhles und einer großen Renovierung aufgehoben. Die Neueinweihung fand Ostern 1980 im Beisein des damaligen Bischofs Dr. Albrecht Schönherr statt. Mitte der achtziger Jahre wurde der Kirchturm mit Kupferblech unter ökumenischer Mithilfe einer katholischen Baufirma aus Berlin neu eingedeckt. Der Unterhalt für die Steinfurter Kirche und und ihrer kleineren Schwester in Schöpfurt konnte durch die Kirchengemeinde Finowfurt nicht geleistet werden. Die Schöpfurter Kirche wurde 1984 der Ortsgemeinde Finowfurt kostenlos für 99 Jahre zur Nutzung als Konzerthalle übergeben. Im Jahre 1997 trat Pfarrer C.Rostalsky seinen Dienst in der Finowfurter Kirche an. Dieser hatte die Pfarrstelle bis zum Frühjahr 2008 inne. Nach einer kurzen Übergangszeit folgte ihm im Herst 2008 der derzeitige Pfarrer Ulf Haberkorn.

Neben den vielfältigen Aufgaben in der Kirchengemeinde Finowfurt gehört zu seinem Arbeitsbereich auch die kirchliche Betreuung der Gemeinden Lichterfelde, Altenhof, und Werbellin. In unserer Finowfurter Kirche werden neben den sonntäglichen Gottesdiensten übers Jahr verteilt verschiedene musikalische Veranstaltungen sowie eine Kunstausstellung angeboten.

zurück

zurück

 

Jahresplan

©2009 Kirchengemeinde Finowfurt